Wappen von Bad Godesberg
VHH
Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

Rundbrief September 2020

Rundbrief als PDF

Sehr geehrte Damen und Herren,

unseren letzten Rundbrief haben Sie zusammen mit dem neuen Jahresband 57 der Godesberger Heimatblätter Ende Februar erhalten. In diesem Rundbrief wurden Sie gebeten, an unserer Mitgliederversammlung am 2. April 2020 und an unseren nächsten Studienfahrten teilzunehmen. Schon beim Versand des Rundbriefs gab es beunruhigende Nachrichten über das Corona-Virus, aber es bestand noch die Hoffnung, dass wir davon weitgehend verschont bleiben. Doch dann kamen fast täglich neue Informationen sowie sich ändernde Einschätzungen und Ratschläge. Das weitgehende Kontaktverbot vom 23. März 2020 in NRW machte deutlich, wie ernst die Gefahr ist. Zugleich bestätigte sich bald real die Einschätzung, dass ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen in höherem Maße als andere Bevölkerungsgruppen mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen müssen.

Als erste Busfahrten für Ausflüge wieder zulässig und von Reiseunternehmen angeboten wurden, haben wir mit unseren Reiseleiterinnen beraten, ob und unter welchen Voraussetzungen wir wieder Studienfahrten anbieten sollten. Beim Abwägen der Argumente hielten wir letztlich eine Wiederaufnahme derzeit für nicht gerechtfertigt. Denn außer dem gesundheitlichen Risiko für die zumeist älteren Teilnehmer und die Reiseleiterinnen kommen die Erschwernisse durch die erforderlichen Hygienemaßnahmen hinzu. Aber auch unsere mittelfristigen Planungen hinsichtlich der Fahrten wie der Besichtigungsorte sind mit hohen Unsicherheiten belastet, weil sich die Bedingungen sehr kurzfristig ändern können. Damit besteht zusätzlich das erhebliche Risiko, dass die Fahrtkosten nicht mehr von den Teilnehmerbeiträgen gedeckt und durch Gelder ausgeglichen werden müssen, die für andere Vereinsaufgaben eingeplant sind.

Auch unsere geführten Spaziergänge konnten wir in diesen Sommerferien nicht anbieten, weil sie auf einen breiten Interessentenkreis ausgerichtet sind und eine spontane Teilnahme ohne Anmeldung möglich sein soll.

Dagegen haben Paul Haag und Horst Naaß unter Beachtung der Hygienebedingungen weiter die Klaafs ausgerichtet, die in der örtlichen Presse angekündigt werden.

Wir werden im nächsten Jahr mit einem größeren Kenntnisstand entscheiden, inwieweit wir die bisherigen Angebote der Studienreisen und der Spaziergänge wieder aufnehmen oder in ihren Voraussetzungen ändern.

Nun stellen die beiden Angebote nur einen kleinen Ausschnitt aus unserem Aufgabenbereich dar. Seit einigen Monaten stecken wir schon mitten in der Vorbereitung des nächsten Bandes der Godesberger Heimatblätter. Da wir alle mehr als bisher an das Haus gebunden sind, haben wir auch mehr Muße, uns an früher Erlebtes zu erinnern. Ich weiß von einigen Menschen, dass sie ihre Erinnerungen für die nächste Generation aufschreiben oder überarbeiten. Manches davon gehört auch zur Godesberger Geschichte und verdient in den Heimatblättern für die Öffentlichkeit festgehalten zu werden. Wir beraten Sie gerne.

Unsere Broschüren mit den Spaziergängen konnten in den letzten Jahren neu aufgelegt oder erweitert werden. Sie waren die Grundlage für manchen Spaziergang, der als Ersatz für eine nicht mögliche Reise durchgeführt wurde. Nun soll der letzte alte Spaziergang durch Schweinheim aus dem Jahre 2003 auch überarbeitet und Ihnen möglichst noch dieses Jahr zugesendet werden.

Bei Spaziergängen stoßen Godesberger und Besucher immer wieder auf unsere Informationstafeln und sind an Ort und Stelle dankbar für die konzentrierten und verständlichen Informationen. Vor wenigen Wochen ist eine Informationstafel an dem Haus Plittersdorfer Straße 75, in dem der bekannte Maler Paul Magar lange gelebt und gearbeitet hat, in einer kleinen Feierstunde dazu gekommen. Eine besondere Freude war, dass die Tochter Dorothea Hölzer-Magar diese neue Tafel enthüllt hat.

Neben dem allgemeinen Covid- Drama entwickelte sich in dem Bad Godesberger Drama um unsere Stadthalle ein neuer Akt. Ende 2017 hatten wir uns gegen den Abriss der Stadthalle gewehrt, damit dort (angeblich) ein neues allgemeines Theater für ganz Bonn gebaut werden könnte. Unsere Ablehnung wurde nicht nur mit dem Denkmalschutz der Stadthalle begründet, sondern auch mit deren Bedeutung für Bad Godesberg. Anfang 2020 wehrten wir uns dagegen, dass im Rahmen eines Bau-und Nutzungskonzepts der Trinkpavillon als ergänzendes Restaurant für die Stadthalle dienen soll. Dies hätte die bauliche und funktionelle Eigenständigkeit des Trinkpavillons verletzt. (Es zeigte sich wieder einmal, dass Darstellungen der Geschichte und Funktion von Bauten in den Godesberger Heimatblättern auch eine Art Schutz dieser Bauten in späteren Generationen bewirken können. Denn an der ausgezeichneten Darstellung von Sonja Schöttler der Bad Godesberger Stadthalle im 42. Band, 2004, S. 150-182 konnte man eigentlich nicht vorbeigehen.) Bezirksvertretung und Stadtrat lehnten aufgrund unserer Vorstellungen und ebenso von anderen Organisationen letztlich die Vorschläge der Verwaltung zur Nutzung des Trinkpavillons als Restaurant ab. Kaum lehnten wir uns zufrieden in unseren Sesseln zurück, wurde aufgrund von Gutachten festgestellt, dass die Große Halle ohne Vorwarnung komplett einstürzen könnte. Dies ist Gottseidank nicht bei einer Veranstaltung passiert, aber die auch von uns geforderte Wiederherstellung wird einige Zeit auf sich warten lassen. Das kleinste Problem ist dabei noch, dass unsere nächste Mitgliederversammlung mit der Neuwahl des Vorstandes nicht wie gewohnt in der Stadthalle stattfinden kann.

Wir wollen Sie noch auf die momentane Skulpturenausstellung auf dem zauberhaften Gelände des
Katharinenhofs (Venner Straße 51) von Anne und Konrad Beikircher hinweisen. Eine unglaubliche Vielfalt von Kunstwerken ist auch in dieser Ausstellung wieder zu besichtigen, von denen manche direkt zu einem Bestandteil der Landschaft werden. Die Ausstellung ist bis zum 15. Oktober 2020 geöffnet: täglich von 15–19 Uhr, samstags und sonntags bereits ab 11 Uhr. Der Eintritt kostet 5 €, Kinder sind frei. Anne Beikircher hat sich wieder bereit erklärt, die Mitglieder des VHH am Samstag,
den 26. September 2020 um 14 Uhr selbst zu führen.
(Eine Anmeldung ist nicht erforderlich).

Gegen Ende dieses Jahres werden wir Sie mit einem Rundschreiben erneut informieren und Ihnen den neuen Spaziergang durch Schweinheim zusenden.

Ihnen darf ich alles Gute wünschen, vor allem Gesundheit

Ihr Martin Ammermüller

Archiv der Rundbriefe (PDF)

Rundbrief September 2020 (PDF-Dokument)

Rundbrief Februar 2020 (PDF-Dokument)

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