Dat Wasser vun Jodesberch ist jot
(19. September 2026, Lokale Stimme Bad Godesberg)
Michael Wenzel
Über großen Publikumszuspruch im Haus an der Redoute durfte sich am vergangenen Mittwochabend der Bad Godesberger Heimatverein freuen. Anlass war die Ausstellungseröffnung mit dem Titel: „Bad Godesberg 100 – Wann ist ein Bad ein Bad?“ Auch Schirmherr Oberbürgermeister Guido Déus freute sich über das große Interesse und darüber, dass die Godesberger sich ihr eigenständiges Lebensgefühl erhalten hätten. Und er sprach vom „Glück“, dass die Kommunalpolitik „die Grundsatzentscheidung für ein neues Kurfürstenbad bereits gefällt hat.“ In Zeiten leerer Kassen sicher ein Lichtblick am Horizont, dass das neue Kurfürstenbad bis 2030 fertiggestellt werden soll.
Besonders freute sich die Vorsitzende des Heimatvereins auch über eine gelungene Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Stellen, um diese Ausstellung auf die Beine zu stellen. Neben dem Heimatverein waren auch die Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg sowie das Stadtarchiv Bonn und das Bommer Stadtmuseum beteiligt. Der größte Dank an diesem Abend galt dem langjährigen Brunnenmeister Helmut Fiehl, dem Henseler-Unger die Goldene Ehrennadel des Heimatvereins für sein jahrzehntelanges Engagement für den Godesberger Mineralbrunnen überreichte. (Foto: v.l. Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz, Helmut Fiehl, Iris Henseler-Unger und Bettina Kalz). Ihr Statement: „Sie sind ein wahrer Brunnenmeister.“ Den musikalischen Abschluss der Ausstellungseröffnung bildete das Duo „Tom&Gerry“ (Thomas Hußmann und Gerhard Lemm), die den ein oder anderen Bläck Föös-Song umgedichtet hatten und beispielsweise aus dem „Wasser von Kölle“ das „Wasser vun Jodesberch“ machten und dabei den Nerv des Publikums traf, das fröhlich mitsang.
Mit der Ausstellung im Haus an der Redoute lädt der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte bis zum 25. Oktober zur Spurensuche ein und macht die Entwicklung des Kur- und Touristenortes (Bad) Godesberg sichtbar. Dabei geht es um viel mehr als Heilwasser und Sanatorien: auch um gesellschaftliches Leben, Spaziergänge im Park, opulente Speisen, Bälle, Konzerte, Theateraufführungen und um Glücksspiel. Zu entdecken gibt es in den nächsten Wochen die Geschichte des Heilwassers, der Kurtradition und der Menschen, die Bad Godesberg geprägt haben.
Apropos: Im Brunnenpavillon an der Draitschquelle können Besucherinnen und Besucher die Heilwässer beider Bad Godesberger Heilquellen erwerben und in mitgebrachten Gefäßen abfüllen lassen. Besonderes Highlight: eine Jubiläumsflasche, die mit einem eigens gestalteten und von Hand aufgebrachten Etikett versehen ist und natürlich mit Heilwasser befüllt werden kann. Mit dem Verkauf der Jubiläumsflasche wird zugleich ein sozialer Zweck unterstützt. Von jeder verkauften Flasche wird ein Euro an das CJG Hermann-Josef-Haus – eine Einrichtung der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Bad Godesberg – gespendet. Das Jubiläumsjahr lädt außerdem dazu ein, die Geschichte Bad Godesbergs neu zu entdecken – auch in Form von Vorträgen, Konzerten, Führungen und Kulturveranstaltungen, über die wir hier in „Bad Godesberg Kompakt“ einen kleinen Überblick geben.
Start der Aktivitäten rund um die Ausstellung ist am morgigen Sonntag, 20. September, eine Führung durch die Ausstellung mit der Vorsitzenden des Heimatvereins, Iris Henseler-Unger. Start ist um 15 Uhr im Haus an der Redoute, Kurfürstenallee 1a. Weiter geht es am Mittwoch, 23. September, mit einem Vortrag von Dr. Thomas Leichtle und Dr. Herbert Döben, die als Beauftragte zur Prüfung der Quellen geographisch-geologische Einblicke in die beiden Heilquellen geben. Am Donnerstag, 24. September, 17 Uhr, wird der ehemalige Bonner Stadtarchivar Norbert Schlossmacher einen historischen Abriss zum „Wasser von Bad Godesberg“ vortragen. Und am Sonntag, 27. September, 16 Uhr, beleuchtet der 2. Vorsitzende des Heimatvereins, Rolf Birkholz, die „20er Jahre und den Kurbetrieb“ – alle Veranstaltungen finden im Haus an der Redoute statt.
Und hier die Termine im Oktober: Am Samstag, 3. Oktober, startet Elinor Schuckmann-Tröder vom Heimatverein zu einer Führung durch das Bad Godesberger Villenviertel. Start ist um 14 Uhr, Treffpunkt ist die Sparkasse KölnBonn an der Rheinallee 1. Am Samstag, 10. Oktober, führt Michael Wenzel (Chefredakteur Lokale Stimme Bad Godesberg) durch Brunnen- und Kurviertel. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Draitschbrunnen, Brunnenallee 33. Norbert Schlossmacher führt am Samstag, 17. Oktober, durch das Marienforster Tal. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Draitschbrunnen. Am Sonntag, 18. Oktober, führt Iris Henseler-Unger noch einmal durch Ausstellung, Start um 14 Uhr. Im Anschluss, ab etwa 14.30 Uhr, führt Elinor Schuckmann-Tröder durch das Kurviertel. Am Samstag, 24. Oktober, führt Alexander Kleinschrodt von der Werkstatt Baukultur Bonn durch die Ausstellung und durch Bad Godesberg unter dem Titel: „Historische Kurbäder als zukunftsorientierte Stadträume“. Treffpunkt um 16 Uhr im Haus an der Redoute. Unter der Überschrift „Nostalgie und neuer Aufbruch“ lädt der Heimatverein für Sonntag, 25. Oktober, 16 Uhr, zur Finissage mit mehreren Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein, unter ihnen Norbert Schlossmacher und Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz, die Moderation hat Iris Henseler-Unger.
P.S. Die Ausstellung im Haus an der Redoute sowie die damit verbundenen Aktivitäten in Form von Führungen und Vorträgen zeigen einmal mehr das herausragende zivilgesellschaftliche Engagement der Godesbergerinnen und Godesberger. Glückwunsch an den Heimatverein und alle, die daran mitgewirkt haben!
Schöne Grüße aus Bad Godesberg,
Michael Wenzel
Chefredakteur

