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Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

Schauspielhaus

Widerstand gegen Beuel-Pläne wächst

(15. April 2026, Blickpunkt Schaufenster Bad Godesberg)

Alfred Schmelzeisen

Bad Godesberg (as). Die Diskussionen hinsichtlich des Bonner Schauspielhaus- und Opernstandortes dauern weiter an. Die Standorte sollen eventuell in Bonn-Beuel auf dem Gelände neben dem Pantheon in einer neu zu bauenden Spielstätte vereint werden, wenn sich das städtische Gebäudemanagement auf die reine Baukosten-Schätzung eines Neubaus im Vergleich zu einer Sanierung bestehender Gebäude bezieht.

Kritik an bisherigen Kostenschätzungen

Sämtliche Effekte, welche Auswirkungen die Theaterlandschaft auf das jeweilige direkte Umfeld mit Gastronomie und Innenstadtkernen hat, blieben vermutlich in den ersten Kostenschätzungen unberücksichtigt. Der Vorstand des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg hatte direkt nach Veröffentlichung der ersten Kostenzahlen im März 2026 reagiert und diese mit Nachdruck abgelehnt.

Historische Bedeutung des Schauspielhauses

„Das Schauspielhaus am Theaterplatz in Bad Godesberg hat historische Bedeutung über Bad Godesberg und Bonn hinaus: Als erster Theaterbau nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik wurde es von Theodor Heuss, dem ersten Präsidenten der jungen Bundesrepublik, im Bau begleitet und eingeweiht. Es steht unter Denkmalschutz. Der Erhalt dieses Hauses ohne eine dauerhafte adäquate hochwertige kulturelle Nutzung wird dem herausragenden Charakter des Gebäudes nicht gerecht. Das Schauspielhaus ist der Kulturmotor für Bad Godesberg, so im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts und des Leitbildprozesses formuliert.“

Austausch mit Kulturakteuren und Vereinen

Zu einem Meinungsaustausch über die Pläne der Stadtverwaltung zur Zukunft der Bonner Bühnen hatte vor einigen Tagen die Bad Godesberger Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz wichtige Kulturakteure und Vereine des Stadtbezirks Bad Godesberg ins Haus an der Redoute eingeladen. „Wie kein anderer Stadtbezirk ist Bad Godesberg von der Diskussion über das Projekt ,Zukunft der Bonner Bühnen‘ betroffen. Mir ist wichtig, die Meinung der Bad Godesberger zu den Plänen der Verwaltung aus ,Erster Hand‘ zu erfahren und mit den Kulturschaffenden und Vereinen unseres Stadtbezirks unmittelbar über die Zukunft des Kulturstandortes Bad Godesberg auszutauschen“, sagte Feyza Yildiz.

Klare Ablehnung der Beuel-Variante

Klar wurde beim gemeinsamen Gespräch, dass ein breites Bündnis der Kulturakteure und Vereine aus Bad Godesberg den von der Verwaltung präferierten Vorschlag einer Konzentration der städtischen Theaterstandorte in Beuel sowie für das Schauspiel eine „kulturell-gesellschaftliche Neunutzung“ außerhalb der städtischen Bühnen ablehnt.

Beim Treffen, zu dem die Bezirksbürgermeisterin eingeladen hatte, waren unter anderem Schauspieldirektor Jens Groß sowie Vertreterinnen und Vertreter vom Kleinen Theater Bad Godesberg, der Theatergemeinde, den Freunden des Schauspiels, dem Verein Bürger.Bad.Godesberg, dem Kunstverein Bad Godesberg, dem Verein Kunst & Kultur Bad Godesberg, der Bürgerstiftung Rheinviertel, dem Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, dem Bad Godesberg Stadtmarketing e.V., dem Förderverein des Kleinen Theaters, dem Kultur-Ensemble Bad Godesberg, dem Kulturbad Rüngsdorf und dem Südlichen Kulturwerk Mehlem dabei.

Weitere politische Beratungen angekündigt

Feyza Yildiz erläuterte, dass die Bonner Stadtverwaltung dem Bonner Stadtrat im Mai verschiedene Varianten für den Umgang mit den sanierungsbedürftigen Liegenschaften des Theaters vorschlagen werde. Zuvor wird unter anderem die Bezirksvertretung Bad Godesberg in ihrer Sitzung am 22. April über die Pläne diskutieren sowie über Anträge und Anfragen verschiedener Fraktionen und Gruppen beraten.

Bedeutung für Stadtbezirkund Innenstadt

„Für mich ist das Schauspielhaus für unseren Stadtbezirk von immenser kultureller, wirtschaftlicher und historischer Bedeutung. Es ist identitätsstiftend und ein zentraler Anker für einen lebendigen und traditionsreichen Kulturstandort und für die Entwicklung der Innenstadt – gerade im Hinblick auf den Prozess des ,Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) Bad Godesberg‘“, so Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz zur Diskussion über die Zukunft der Bonner Bühnen und das Schauspielhaus Bad Godesberg.

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