Als der kleine Klaus in Godesberg auf einem Löwen ritt
Ein Rundgang mit dem Verein für Heimatpflege durch das historische Villenviertel
(23./24. August 2025, General-Anzeiger)
Von Kerstin Sievert
Bad Godesberg. Das war schon ein großes Interesse im Bad Godesberger Villenviertel. Kein Wunder, ging es doch um die eigene Heimat. Eingeladen hatte der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (VHH). Und die Expertin hatte Spannendes zu zeigen. Elinor Schuckmann-Tröder führte die Gruppe nämlich zunächst entlang der Rüngsdorfer Straße, vorbei an der ehemaligen Wartehalle der BGM, der elektrischen Straßenbahnlinie, die seit 1911 von Bonn über Godesberg nach Mehlem führte. Vor dem Hotel zum Löwen, am Von-Groote-Platz, erfuhren die Spaziergänger, dass dort bis 1913 der Güterbahnhof gelegen hatte, bevor er wegen des Lärms in den Bonner Norden verlegt wurde. Weiter ging es zur Erlöserkirche.
Und dann Klaus Stendebach. Der ehemalige Bäckermeister war zwischenzeitlich dazu gekommen. Er hat viele Jahre in seinem Elternhaus, das sich gegenüber der Erlöserkirche befindet, die Bäckerei geführt. Sein Großvater Willy Klos besaß zwei Grundstücke an der Kreuzung zur Friedrichallee. Auf dem einen entstand die Drogerie und Farbenhandlung Klos. Die Farbenproduktion befand sich auf dem hinteren Teil des Grundstücks. Vorrangig wurde allerdings das zweite Grundstück bebaut, denn die Bäckerei, die im Keller des Gebäudes untergebracht war, diente der Versorgung der Bewohner des Villenviertels. Stendebach, Jahrgang 1935, erzählte, dass er als kleiner Junge schon auf den Löwen vor dem gleichnamigen Hotel geritten sei.
BAD GODESBERG
Als der kleine Klaus in Godesberg auf einem Löwen ritt
Ein Rundgang mit dem Verein für Heimatpflege durch das historische Villenviertel
Von Kerstin Sievert
Bad Godesberg. Das war schon ein großes Interesse im Bad Godesberger Villenviertel. Kein Wunder, ging es doch um die eigene Heimat. Eingeladen hatte der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (VHH). Und die Expertin hatte Spannendes zu zeigen. Elinor Schuckmann-Tröder führte die Gruppe nämlich zunächst entlang der Rüngsdorfer Straße, vorbei an der ehemaligen Wartehalle der BGM, der elektrischen Straßenbahnlinie, die seit 1911 von Bonn über Godesberg nach Mehlem führte. Vor dem Hotel zum Löwen, am Von-Groote-Platz, erfuhren die Spaziergänger, dass dort bis 1913 der Güterbahnhof gelegen hatte, bevor er wegen des Lärms in den Bonner Norden verlegt wurde. Weiter ging es zur Erlöserkirche.
Und dann Klaus Stendebach. Der ehemalige Bäckermeister war zwischenzeitlich dazu gekommen. Er hat viele Jahre in seinem Elternhaus, das sich gegenüber der Erlöserkirche befindet, die Bäckerei geführt. Sein Großvater Willy Klos besaß zwei Grundstücke an der Kreuzung zur Friedrichallee. Auf dem einen entstand die Drogerie und Farbenhandlung Klos. Die Farbenproduktion befand sich auf dem hinteren Teil des Grundstücks. Vorrangig wurde allerdings das zweite Grundstück bebaut, denn die Bäckerei, die im Keller des Gebäudes untergebracht war, diente der Versorgung der Bewohner des Villenviertels. Stendebach, Jahrgang 1935, erzählte, dass er als kleiner Junge schon auf den Löwen vor dem gleichnamigen Hotel geritten sei.
Ballspiel mit einem Dutzend anderer Kinder
Nach dem Krieg habe er auf dem Platz zwischen der Erlöserkirche und seinem Elternhaus mit rund einem Dutzend anderer Kinder Ball gespielt. Auf dem Platz fuhren damals nur die Straßenbahn und wenige Autos.
Als 1880 die Evangelische Kirche, erst seit 1953 Erlöserkirche genannt, eingeweiht wurde, war sie umgeben von Wiesen und Äckern. Nicht jeder war damals mit der Ortswahl, die Pfarrer Julius Axenfeld getroffen hatte, einverstanden. Aber die Entwicklung des Villenviertels gab ihm recht. Axenfeld war ein engagierter, durchsetzungsstarker Mann, der unter anderem das „Päda“ und das Godesheim begründete. Weniger Spuren hinterließ Bürgermeister Carl August von Groote, obwohl er rund 30 Jahre Bürgermeister war. Ein Grund dafür mag seine angegriffene Gesundheit gewesen sein. Allerdings veranlasste er 1869 die Gründung des Verschönerungsvereins Godesberg, einem Vorläufer des VHH. Ins Auge fällt auch das Gebäude, dss er bereits 1862 als Wohnhaus für seine Familie bauen ließ. Damals gab es noch keinen Bebauungsplan für das Viertel und auch die Straßen entstanden später. So liegt das Portal etwas schräg zum heutigen Verlauf der Rüngsdorfer Straße. Dafür hebt sich die klassizistische, klar gegliederte, symmetrische Front angenehm vom Stilmix des Historismus, dem nachfolgenden Baustil, ab.
Das Interessante: Die Teilnehmer erfuhren viel über Bauherren, Architekten und die Nutzung der imposanten Villen. Einstmals für wohlhabende Bürger erbaut, fanden sich auch nach dem Wegzug der zahlreichen Botschaften wieder interessierte und begüterte Nutzer für die repräsentativen Gebäude, sodass das Villenviertel auch heute noch optisch besticht.
Wer sich selbst auf einen Spaziergang durch das Villenviertel machen möchte, dem sei als Unterstützung die gleichnamige Broschüre des VHH empfohlen, die über den Verein erhältlich ist. Außerdem bietet der VHH in den kommenden Wochen noch weitere Spaziergänge durch Godesberger Stadtteile an, das nächste Mal am Mittwoch, 27. August. Dann geht es durch Friesdorf. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Klufterplatz, die Teilnahme ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.
Weitere Infos und Termine findet man auf vhh-badgodesberg.de.