VHH Bad Godesberg
VHH
Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

Beethovens Spuren in Godesberg

Jubiläums-Gesellschaft weiht zwei weitere lnformationsstelen des Rundgangs ein

(28. Oktober 2019 General-Anzeiger Bonn)

Die zweieinhalb Meter hohe, nigelnagelneue Stele vor dem Eingang zur Redoute soll vor allem eines: Für Bonns größten Sohn Ludwig van Beethoven werben und dabei auch markant Bad Godesberg ins Spiel bringen. Dafür prangen auf der zur Straße gewandten Seite auch die verspiegelten Großbuchstaben BTHVN der Beethoven Jubiläums GmbH.

Denn der Komponist sei sehr wohl auch in Godesberg gewesen, und zwar im Juli 1792 genau hier in der Redoute, wo er dem schon bekannteren Joseph Haydn vorspielen durfte, erklärte Bezirksbürgermeister Christoph Jansen zur Einweihung. „Die Begegnung war also musikgeschichtlich bedeutend, endete leider aber stadtgeschichtlich tragisch“, führte Jansen aus. Denn Haydn habe den Newcomer daraufhin weiter nach Wien vermittelt. Nach 21 Lebensjahren habe der große Ludwig also Bonn verlassen.  „Wir sind aber stolz, dass wir in Godesberg mit dieser Stele und einer weiteren Am Draitschbusch ebenfalls Anteil am tollen Projekt Beethoven-Rundgang haben“, führte Jansen mit Dank, an Ralf Birkner, Geschäftsführer BTHVN 2020, und Stephan Eisel, Vorsitzender des Vereins Bürger für Beethoven, aus. Der Rundgang markiere 22 vom jungen Beethoven aufgesuchte Orte in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis mit multimedial nutzbaren Informationsstelen wie dieser, erläuterte Birkner. Die zweite Variante sei die einfachere Version an der Draitschquelle, von wo aus Beethoven einmal zum Orgelspiel ins Kloster Marienforst aufbrach. „Das Ganze ist unser Infrastrukturprojekt zum Jubiläumsjahr 2020, das auch die Godesberger zu Beethoven-Botschaftern werden lassen kann.“ Birkner präsentierte die Grafikseite der Stele mit dem historischen Blick auf die Redoute von 1790 sowie auf den beiden weiteren Fronten die vier Einblicke, mit Hilfe derer man kurze Animationsfilme auf Deutsch, Englisch oder Französisch sehen kann. Jansen probierte das mit Christoph von Borries, Betriebswirt der Redoute Bonn GmbH, gleich aus. Man sei froh, dieses Beethoven-Projekt, das der Stadt auch nach 2020 erhalten bleibe, „ohne nennenswerte Kostensteigerung“ ausgeführt zu haben, fügte Birkner noch hinzu.

Stephan Eisel vom Verein Bürger für Beethoven äußerte seine Freude über das gelungene Projekt und lobte das Engagement der Godesberger, auch zwei Stelen erkämpft zu haben. Beethoven habe Godesberg übrigens auch später nicht aus dem Blick verloren, führte Eisel weiter aus. Als sein Schüler Ferdinand Riess später ein Haus neben der Redoute erwarb, habe Beethoven dem Freund „den innigsten Antheil an Ihrem Besitzthum in Godesberg“ übermittelt. Und dann kam es nach dem offiziellen Teil zu der Art Gespräche, die sich das Jubiläumsprojekt wünscht. Godesberg sei 1790 ja einer dieser „Lustorte in der Nähe von Bonn“ mit der Redoute und nur ein paar Häusern gewesen, zeigte Eisel auf der Stelengrafik. Was ihm sofort freundlichen Widerspruch von Martin Ammermüller einbrachte. Na, so jämmerlich wie auf der Grafik habe es damals nicht ausgesehen, meinte der Vorsitzende des Heimatvereins. „Quellen sagen, dass Godesberg damals 600 Gäste unterbringen konnte: 300 in der Redoute, aber 300 auch unterhalb der Godesburg.“

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