VHH Bad Godesberg
VHH
Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

Die ersten Kisten sind gepackt

Heimatgeschichtsverein saniert geerbtes Haus, in das die Geschäftsstelle einziehen wird

(16. Oktober 2017 General-Anzeiger Bonn)

VON RICHARD BONGARTZ

BAD GODESBERG. Die ersten Kisten sind gepackt und stapeln sich im Büro: So langsam bereitet sich der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (VHH) auf seinen Umzug an die Augustastraße 82 vor. Das Haus dort fiel ihm genau im richtigen Augenblick zu, denn die Geschäftsstelle im hinteren Gebäudetrakt des Rathaus muss sowieso aufgegeben werden.

Wie berichtet, ist dieser Flügel mit Schadstoffen belastet. Die wenigen Vereine und städtischen Bediensteten, die dort jetzt noch untergebracht sind, sollen regelmäßig lüften, wie Martin Ammermüller sagt. Es sei aber nur noch selten jemand in dem Trakt, so der Vorsitzende des Heimatgeschichtsvereins. So ist auch die Geschäftsstelle nur einmal die Wo­che, dienstags von 15 bis 18 Uhr, in Raum 180 geöffnet. „Früher kamen dann im Schnitt fünf bis zehn Besucher, heute ist es einer“, so Ammermüller. Das liege aber nicht am schwindenden Interesse an heimatgeschichtlichen Themen, sondern eher am Internet. Viele Dinge seien schon über die Vereinshomepage zu erfahren. Der Vorsitzende beantwortet viele Anfragen heutzutage auch per E-Mail.

Schon vor zweieinhalb Jahren hatte der Verein erfahren, dass er das 66 Jahre alte Wohnhaus an der Augustastraße erben werde. Es stammt von einer Ur-Godesbergerin, die am 3. Januar 2015 gestorben war, und deren Wunsch es war, das Haus den Godesberger Heimatforschern zu vermachen. Mit der Übertragung dauerte es allerdings seine Zeit. Derzeit werden Sanitäranlagen, Heizung und Elektroinstallationen saniert, Umbauten und Malerarbeiten ste­hen an. Erdgeschoss und erste Etage umfassen je 130 Quadratmeter, das Dach noch mal 50. Viel zu viel Platz für den Geschichtsverein, der selbst nur 80 Quadratmeter belegen und den Rest dann vermieten will. So sollen auch die Baukosten bezahlt werden, „für die die Mitgliedsbeiträge bei Weitem nicht reichen“, so Ammermüller. „Einzug soll zum Jahresende sein.“ Er hat schon ausgerechnet, dass für all die Heimatblätter, Spazierweg-Broschüren, Artikel und unzähligen historischen Fotos und Postkarten gut 50 Meter Regalfläche nötig sind. In den 148 Jahren Vereinsgeschichte hat sich so manches an Schätzen angesammelt. Gründer waren damals Zugezogene und der Bauunternehmer Anton Düren, „der sich davon Aufträge versprochen hat“, sagt Ammermüller. An ihn erinnere die Dürenstraße, die im Prinzip auch von ihm bebaut worden sei – wie manch andere Straßenzüge in Godesberg.

Jüngster großer Klimmzug des VHH war die Erneuerung des Draitschbrunnens an der Brun­nenallee, die 2015 statt der veranschlagten 70 000 stolze 213 000 Euro verschlungen hatte. Auf die Mitglieder und einzelne Gönner war Verlass, die großzügig gespendet und so den Verein vor dem Ruin bewahrt hatten. Es machte ihn aber auch attraktiv, Neue stießen hinzu. Heute sind 900 Mitglieder verzeichnet. Laut Ammermüller sterben oder scheiden aus anderen Gründen jährlich rund 30 aus, die aber auch wieder ersetzt würden. Geboten werden ihnen allen Spaziergänge durch die Stadtteile, das Jahresexemplar der Heimatblätter, Studienfahrten und vieles mehr.

Dem VHH begegnet man unterwegs an vielen historischen Stätten, wo er Infotafeln aufgehängt hat. 48 sind es mittlerweile, fünf weitere sollen bald folgen. Nach neun Jahren im Amt ist Ammermüller (74) mittlerweile auf der Suche nach einem Nachfolger, der im kommenden Frühjahr gewählt werden soll. Er hofft, dass sich Interessenten melden.

> Mehr im Internet auf vhh-badgodesberg.de oder bei Martin Ammermüller unter der Rufnummer 0228/315570.

 

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