VHH Bad Godesberg
VHH
Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

ZEHN DINGE…

… die man über die jüdischen Gräber auf dem Burgfriedhof wissen sollte.

(30. August 2017 General-Anzeiger Bonn)

Die jüdischen Gräber auf dem Burgfriedhof in Bad Godesberg bestehen seit Jahrhunderten. Bei genauem Hinschauen gibt es viel zu entdecken.

 

  • Das Gelände um die ab 1210 erbaute Godesburg diente bereits im frühen Mittelalter als Beerdigungsstätte.
  • Bei Ausgrabungen in den Jahren 1959/1960 wurden etwa 40 Gräber aus fränkischer Zeit zwischen dem achten und zwölften Jahrhundert gefunden, die um den heutigen Bergfried gelegen waren.
  • Den rituellen Vorgaben entsprechend hatten jüdische Familien zu Beginn des 18. Jahrhunderts an der Ostflanke, also in Richtung auf den Sonnenaufgang, eine Begräbnisstätte für jüdische Verstorbene eingerichtet.
  • Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fanden dort Beisetzungen statt.
  • Die am Burghang verstreut liegenden Grabsteine wurden nach dem Zweiten Weltkrieg eingesammelt und in einer Gedächtnisstätte an der Aennchenstraße wieder aufgestellt.
  • Anlässlich der 2000-Jahr-Feier von Bonn wurden die noch vorhandenen 33 Grabsteine im Rahmen der Aktion „Die historische Tat“ 1989/1990 auf Initiative des Godesberger Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte (VHH) restauriert.
  • Auf dem um 1807 gegründeten Godesberger Burgfriedhof wurde 1895 ein Abschnitt für jüdische Bestattungen eingerichtet, der bis heute rund 70 Grabstätten umfasst und weiter für Beisetzungen genutzt wird, zuletzt 2012.
  • Ein 1998 aufgestellter Gedenkstein mit dem eingeschliffenen Davidstern erinnert an 133 unter dem NS-Regime ermordete Mitglieder der Godesberger Synagogengemeinde.
  • Auch nach 1945 fanden jüdische Bestattungen auf dem Burgfriedhof statt. Die meisten jüdischen Verstorbenen aus Bonn und Bad Godesberg werden aber seither auf dem seit 1873 bestehenden großen jüdischen Friedhof im Bonner Norden beigesetzt.
  • Es gibt eine uralte Tradition: Wurde eine Bestattung vorgenommen, brachten Freunde oder Verwandte einen Stein mit, um das Grab zu bedecken. Dieser jüdische Brauch hat sich bis heute gehalten.

 

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