VHH Bad Godesberg
VHH
Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

Wasserschaden am Draitschbrunnen

Die Mauer an der Quelle ist von Feuchtigkeit durchzogen und soll neu gestrichen werden

(10. April 2018 General-Anzeiger Bonn)

VON RICHARD BONGARTZ

BAD GODESBERG. Es mutet vielleicht ein wenig seltsam an, dass ausgerechnet Wasser einer Quelle schaden kann. Es geht um die gerade erst 201S renovierte Mauer des Draitschbrunnens, an der jetzt die Farbe abblättert und an vielen Stellen Feuchtigkeitsschäden zu sehen sind. Für den Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (VHH) ist klar, dass etwas getan werden muss.

„Ich finde das schon ein wenig seltsam, dass nach circa drei Jahren solche Flecken entstehen“, sagt Holger Liczner, Moderator der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Bad Godesberg, wenn…“ Deren Mitglieder diskutierten in dem Sozialen Netzwerk darüber, ob Pfusch am Bau, eine schlechte Isolierung oder eine fehlende Drainage der Grund für die Schäden seien. Die hat es laut VHH-Vorsitzendem Martin Ammermüller schon immer gegeben: „Ganz trocken ist die Mauer nie geworden“, sagt er. Das liege an ihrer Struktur, da es sich um eine Schwergewichtsmauer handele, „die nur durch ihr Gewicht den Hang hält“. Im unteren Teil seien die Ziegelsteine recht weit in den Hang verbaut und würden sich nach oben hin verjüngen. Da hätten die Wurzeln mit der Zeit leichtes Spiel, den Mörtel zu zerstören. Die Folge: Wasser sickert durch die Fugen.

Auf die Mauer am recht unansehnlichen Parkplatz wurde der VHH vor ein paar Jahren aufmerksam, als die Stadt dort vor einigen Jahren Bohrungen vornahm, um die Standfestigkeit der Mauer zu untersuchen. Daraufhin fielen laut Ammermüller Stücke aus dem Spritzguss und Muster aus Lavasteinen traten zum Vorschein. Er vermutet, dass diese Schmuckfelder während der Mineralwasserfabrikation in den 1950er Jahren zugespachtelt wurden, möglicherweise aus Sicherheitsgründen. „Das ist völlig in Vergessenheit geraten. Es ist keiner darauf gekommen, dass da was sein könnte“, sagt Ammermüller.

So erhielt der Verein 2014 von der Stadt die Erlaubnis, an einigen Stellen den Putz  abzuschlagen. Man erwartete drei Schmuckfelder, wie sie auf einer alten Postkarte zu sehen sind. Es traten aber – zur Überraschung aller – sieben zum Vorschein. Schnell fasste der Heimatverein den Entschluss, zu renovieren, den Parkplatz zu entfernen und die Grünanlage zu verschönern. Pünktlich zum 225. Geburtstag des Draitschbrunnens 2015 war alles fertig. Die Gesamtkosten betrugen 213 000 Euro, wovon die Stadt rund 30 000 für den Abtransport des Bauschutts zahlte und Unternehmer Frank Asbeck 60 000 Euro stiftete. Der Rest kam vom Heimatverein und seinen Sponsoren. Die Handwerker hatten bei der Sanierung eine Entwässerung nach beiden Seiten angelegt. Bei einem Unwetter im vergangenen Herbst sei laut Ammermüller rechts nichts mehr abgelaufen. Über ein Mauerstück dort sei der ganze Schlamm geflossen. „Seitdem waren wir mit der Stadt im Gespräch, wie alles hergerichtet werden kann und wer was zahlt. Wir waren durchaus bereit, uns zu beteiligen.“

Herauskam, dass die: Entwässerung auf der rechten Seite- nun direkt in die Kanalisation geführt werden soll, was laut Ammermüller auf der anderen Seite nicht nötig sei. Diesen Posten wolle die Stadt zahlen, der der Verein die Mauer nach der Instandsetzung 2015 übergeben hatte. Für eine Blech- oder Kupferabdeckung des durchnässten Mauerstücks gebe es bereits einen Sponsor. Ein Malermeister, der vor drei Jahren schon weitgehend kostenlos und ehrenamtlich gearbeitet hat, wolle auch jetzt wieder anstreichen. „Das ist erst sinnvoll, wenn die Mauer wieder durchgetrocknet ist“, sagt der Vorsitzender und peilt die Tage rund um Pfingsten an. Der Putz sei übrigens noch recht fest. „Aber die Farbe ist durch Feuchtigkeit und Sonne abgeblättert.“ Er rechnet wegen der Bauart der Mauer damit,, dass auch künftig immer mal wieder neue Farbe aufgetragen werden müsste. Eine Alternative wären nur Abriss und Neubau.

Die Draitschquelle

Kurfürst Maximilian Franz ließ die Draitschquelle im 18. Jahrhundert fassen und erhob Godesberg daraufhin zum Kurort. Vor dem ersten Weltkrieg wurde das Quellwasser exportiert und auf mehreren Weltausstellungen prämiert. Aufgrund seines hohen Mineralgehalts galt es als gesundheitsfördernd, es war Tafelgetränk des englischen Hofes. So ist der Brunnen heute eine Staatlich anerkannte Heilquelle. Seit 1977 betreiben Evi und Helmut Fiehl den Trinkwasserpavillon und schenken das Heilwasser aus. Das kostet 30 Cent pro Liter. Die Öffnungszeiten an der Brunnenallee sind Montags bis Freitag von 13.30 bis 18 Uhr und Samstag von 9 bis 14 Uhr.

> Mehr über den Heimatverein aufvhh-badgodesberg.de. Dessen Geschäftsstelle befindet sich weiterhin an der Kurfürstenallee 2-3. Der längst geplante Umzug an die Augustastraße 82 verzögert sich, weil dort die Sanierung aufwendiger ist als angenommen.

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