VHH Bad Godesberg
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Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

„Schönes Bad Godesberg“ als Buch

Heimatverein bereitet sich auf 150-jähriges Bestehen vor. Neue Heimatblätter erschienen

(2. März 2018 General-Anzeiger Bonn)

VON BETTINA KOHL

BAD GODESBERG. Es sind oft die Zugezogenen, die in der Geschichte des Stadtbezirks graben. „Sie sehen mehr als die Einheimischen“, sagt Martin Ammermüller, Vorsitzender des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg. Auch unter den Autoren der druckfrischen Godesberger Heimatblätter sind vor allem Wahl-Godesberger wie Friedhelm Schulz und Karl Hermann Amthauer, die am Donnerstag bei Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke mit vorstellten.

Der Heimatverein, 1869 von einem Godesberger und fünf Zugezogenen gegründet, bereitet gerade das Programm zum 150-jährigen Bestehen vor. Geplant ist ein Bildband „Schönes Bad Godesberg“, in dem den 13 Ortsteilen und den Wahrzeichen des Stadtbezirks eigene Kapitel gewidmet sind. Eins hat der Heimatverein zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbst mitgestaltet: die Rheinpromenade, die vorher nur ein schmaler Leinpfad war. Weitere Wahrzeichen sind für Ammermüller die Godesburg mit Michaelskapelle und Burgfriedhof, die Redoute mit Draitschbrunnen und Kurfürstlicher Zeile und die Godesberger Parks mit ihren vielen Kunstwerken. „Wir leben hier wie in einer Urlaubslandschaft. Es hat sich zwar viel verändert, aber wir möchten mit dem Bildband ein bewusstes Zeichen gegen das Herummäkeln setzen“, sagt der Vorsitzende. Zurzeit werden noch Sponsoren gesucht, um die Produktionskosten von 30 000 bis 50 000 Euro zu stemmen.

Ohne die 4200 Euro Zuschuss von der Stadt Bonn wären auch die Heimatblätter nicht zu finanzieren, die unter anderem an die 900 Mitglieder des Heimatvereins verteilt werden. Stein-Lücke dankte für die „großartigen Recherchen“ im neuen Band. Der Blick in die Ge­schichte soll Menschen auch ermuntern, „Godesberg zu nutzen“, wie es Karl Hermann Amthauer formuliert, zum Beispiel den Trinkpavillon und das Kleine Theater. Friedhelm Schulz, selbst Fotograf, hat sich in seinem Beitrag über die Moltkestraße mit den gra­vierenden Veränderungen im Stadtbild beschäftigt und diese mit historischen Fotos dokumentiert.

Der persönliche Blick auf die Godesberger Geschichte und die Erlebnisse von Zeitzeugen sind auch das, was Martin Ammermüller interessiert. „Die Themen gehen uns nicht aus, aber wir haben Autoren, die auf die 90 zugehen und ihre Tätigkeit einstellen“, berichtet der Vorsitzende. Er ermutigt deshalb alle Godesberger Bürger, das aufzuschreiben, was sie erlebt haben. „Keiner von uns liest mehr ein Geschichtsbuch, aber die persönlichen Zeugnisse bringen uns an große Fragen und Zusammenhänge heran“, so Ammermüller.

55 Bände Godesberger Heimatblätter – das bedeutet für ihn auch volle Umzugskisten. Das Haus an der Augustastraße, das der Verein geerbt hat, soll im Mai als neue Geschäftsstelle fertig sein. „Die ersten Regale stehen schon“, berichtet Ammermüller. Die Sanierung sei mit rund 400 000 Euro etwa drei Mal so teuer geworden wie zunächst veranschlagt. Dafür kann der Verein aber auch ein Haus in bester Lage sein Eigen nennen. Zum Jubiläum könnte auch die sanierte Mauer am Draitschbrunnen wieder .einen frischen Anstrich brauchen. Der ehemalige Verschönerungsverein kann es einfach nicht lassen, Bad Godesberg noch ein bisschen schöner zu machen.

> Band 55 der Godesberger Heimatblätter ist für zehn Euro im Büro des Heimatvereins im Godesberger Rathaus (geöffnet dienstags von 15 bis 18 Uhr), im Stadtmarketing-Pavillon am Ria-Maternus-Platz und bei den Stadtwerken, Alte Bahnhofstraße 22a, erhältlich.

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