VHH Bad Godesberg
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Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

Die Zukunft der Stadthalle

Abriss oder Sanierung? Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte weist auf gesetzlichen Denkmalschutz hin

(Blickpunkt 18. Oktober 2017)

Bad Godesberg (äs). Ab Mitte 2020 soll die Stadthalle Bad Godesberg geschlossen werden, um diese im großen Umfang zu sanieren. Nun gibt es Ideen, die Stadthalle abzureißen und an gleicher Stelle ein komplett neues Gebäude zu errichten, in dem dann die Bonner Oper untergebracht werden soll, weil das Bonner Opernhaus ebenfalls ein Sanierungsfall ist.

Die Nachricht vom Komplettabriss der Stadthalle wird inzwischen in der gesamten Bevölkerung diskutiert. Der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg mahnt in einer aktuellen Stellungnahme, die Stadthalle zu erhalten, sofort die Planungen für die Sanierung zu starten und dann sofort im Jahr 2020 den Gebäudekomplex zu sanieren.

„Die Stadt Bad Godesberg hat 1952 den Neubau des Stadttheaters (heute: Kammerspiele) eingeweiht, der zum Mittelpunkt des dann entstehenden neuen Stadtzentrums geworden ist. 1955 folgte der Neubau der Stadthalle Bad Godesberg in dem angrenzenden Kurpark (heute: Stadtpark). Beide Gebäude waren identitätsstiftend für die bis 1969 selbständige Stadt Bad Godesberg und sind es weiterhin für den Bezirk Bad Godesberg.

Die Kammerspiele und die Stadthalle stehen unter gesetzlichem Denkmalschutz, weil an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Denn sie sind bedeutend für die Geschichte von Bad Godesberg – also auch für die Stadt Bonn – und für die Erhaltung und Nutzung liegen auch künstlerische sowie städtebauliche Gründe vor.

Die mangelhafte Unterhaltung und Modernisierung der beiden Gebäude durch die Stadt Bonn als Eigentümerin sowie verschärfte gesetzliche Auflagen haben zu einem erheblichen Sanierungsbedarf geführt. Dies berechtigt jedoch die Stadt Bonn als Eigentümerin nicht –so wenig wie private Eigentümer – die Aufhebung des Denkmalschutzes zu beantragen oder die Sanierung zu unterlassen“, äußert der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte, Dr. Martin Ammermüller.

Zur aktuellen Diskussion um die Sanierung des Bonner Opernhauses und Verknüpfung mit der Sanierung der Bad Godesberger Stadthalle und des Kammertheaters äußert der Verein, „dass das im Bonner Bezirk gelegene Opernhaus aus den gleichen Gründen wie die Bad Godesberger Stadthalle und Kammerspiele sanierungsbedürftig ist und noch größere Finanzmittel zur Sanierung erforderlich sind.“ In die Diskussion sei nun der Vorschlag eingebracht worden, die Bad Godesberger Stadthalle abzureißen und an deren Stelle ein Theater mit allen Sparten zu errichten und anschließend das bisherige Opernhaus abzureißen. Der nicht mit Zahlen belegte Vorschlag werde mit der Vermutung begründet, ein Theater mit allen Sparten unter einem Dach könne ggf. wirtschaftlicher betrieben werden und anstatt der Sanierung mehrerer Gebäude sei ein Neubau kostengünstiger. Selbst beim Zutreffen der Vermutung würde dies nicht den Abriss der denkmalgeschützten Bad Godesberger Stadthalle rechtfertigen, weil die Theaterproblematik unerheblich für die Stadthalle sei.

Der Denkmalschutz verbiete den Abriss der Bad Godesberger Stadthalle, weil für deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse bestehe und diese sich städtebaulich mit dem Park in einmaliger Weise gelungen verbinde. Aus den genannten Gründen sei die Sanierung der Stadthalle sofort zu planen und dürfe nicht wegen der Theaterproblematik verschoben werden.

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