VHH Bad Godesberg
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Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V.

„Rheingold” kehrt zurück

(27. Februar 2016, Blickpunkt)

Von A. Schmelzeisen

Noch ein paar Wochen — dann ist es soweit und im Haus der Redoute in der Kurfürstenallee wird am 24. März die Imperia-Motorrad-Jubiläumsschau eröffnet. Bis zum 16. Mai wird die vom Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg initiierte Ausstellung sicherlich ganz besonders viele Fans der Motorradmarke Imperia anlocken.

Bad Godesberg. Aktuell bis zum Ausstellungsstart an der Kurfürstenallee zeigt das Deutschen Museum Bonn an der Ahrstraße als Partner der imperiaAusstellung bis zum 20. März das legendäre Imperia-Unikat „Rheingold“, Baujahr 1934, als Leihgabe des Deutschen Museums München.

Dieses heute einzig erhaltene Exemplar des früheren Bad Godesberger Motorrad-Herstellers gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das anstehende Imperia Festival, bevor es die Ausstellung im Haus der Redoute bereichern wird. Die Imperia „Rheingold“ von 1934 gehörte mit einem Neupreis von 1.650 Reichsmark zu den teureren Sportmotorrädern der 1930er Jahre, wie das Museum mitteilt. Als kleiner Anbieter konnte die „Imperia Fahrzeugwerk GmbH“ aus Bad Godesberg nur wenige Exemplare dieses exklusiven Modells absetzen. Das Motorrad besitzt einen luftgekühlten 2-Zylinder-Viertakt-V-Motor mit 847 cm3, den die in der Schweiz ansässige Firma MAG lieferte. Die Maschine leistete 26 PS und besaß eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 130 km/h.

Die ereignisreiche Geschichte der Motorradmarke lmperia, ihren herausgehobenen Status und ihre Bedeutung wird in Kürze die Ausstellung im Haus der Redoute ausführlich beleuchten. Das lmperia 500H-Modell wird Ende März im Erdgeschoss des Deutschen Museum Bonn den Platz der „Rheingold-Maschine“ einnehmen. Die Imperia 500H gilt als besonderes Luxusmodell mit MAG Motor und Chromtank von 1931, kommt aus der Sammlung des Krefelder Motorradfans Willi Terlinden ins Deutsche Museum Bonn. Auch sie macht Lust auf mehr im Haus der Redoute.

lmperia wurde übrigens 1924 in Köln-Kalk als „Kölner Motorrad- und Maschinenbau Dr. Franz Becker« (K.M.B.)“ gegründet. Ein Jahr später firmierte es als „Imperia-Werk Motorradbau GmbH, Köln-Kalk“ und „Imperia-VertriebsGesellschaft mbH“, Köln, Hohenzollernring 65. 1926 kaufte Rolf Schrödter das Werk und verlegte die Produktion nach Bad Godesberg in die Friesdorfer Straße 155. Die Motoren wurden von renommierten Marken dazu gekauft und bald fanden sich nur englische und schweizerische Triebwerke in den lmperia Motorrädern. Beste Werbung für die Marke „Imperia“ waren damals die Erfolge im Rennsport. Ernst Loof gewann auf Imperia unter anderem dreimal die Deutsche Motorrad-Straßenmeisterschaft in der 350-cm3-Klasse und mehrere Male das Eifelrennen auf dem Nürburgring, und zwar sowohl als Solo- wie auch als Gespannfahrer. Infolge der politischen Entwicklung in den 1930er Jahren stellte Rudge die Lieferung der Rennmotoren an Imperia ein, sodass Schrödter selbst einen 348-cm«-Rennzweitakter und einen 498-cm3-Zweitakt-Sportmotor konstruierte. Die Umsetzung dieser Projekte überstieg jedoch die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens, woraufhin Imperia 1935 den Betrieb einstellte.

„Imperia“ stand damals für qualitativ hochwertige, zuverlässige und komfortable Motorräder für den anspruchsvollen Fahrer. Bis heute hält sich der gute Ruf und keine bedeutende Motorradsammlung kommt an lmperia vorbei. Das lmperia Festival 2016 besinnt sich nicht nur auf die Industriekultur Bad Godesbergs, sondern wird auch im Kinopolis-Kino auf der Leinwand für Aufsehen sorgen, wenn Filme zu den lmperia-Motorrädern im Mittelpunkt stehen werden.

Imperia-Festival 2016
Motorrad-und Industrieausstellung
24.03 – 16.05.2016

Vor 90 Jahren Gründung der lmperia in Bad Godesberg
Mittwoch bis Sonntag von 14-18.00 Uhr
Montag und Dienstag geschlossen
In den Räumen des Hauses an der
Redoute; Kurfürstenallee 1a in Bad
Godesberg:
Imperia Sonderveranstaltungen
23.03. Opening
29.04. Nacht der Galerien
29.04. — 01.05. Motorradtreffen Imperia mit Bikerfrühstück
16.05. Pfingstmontag: letzter Ausstellungstag

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